Der Begriff des Rapid Prototyping ist dem Maschinenbau entlehnt und bedeutet dort nichts weiter als "schneller Prototypenbau" zur Herstellung von Musterbauteilen. Aufgrund immer komplexer werdender Software, hat sich dieser Begriff auch in der Informatik durchgesetzt. Insbesondere für die Entwicklung grafischer Benutzerschnittstellen, die an die Designer hohe Anforderungen im Entwicklungsprozess stellen (Funktionsfähigkeit schwer nachvollziehbar), spielt das Rapid Prototyping (hier auch Rapid Control Prototyping (RCP) genannt) eine wichtige Rolle.
Neben vielen Vorteilen können auch Probleme entstehen, z.B. kann der Entwicklungsprozess verlangsamt werden, wenn Anforderungen weder korrekt erhoben noch sauber dokumentiert sind. Desweiteren muss dringend sichergestellt werden, dass keine Antipathien gegenüber dem Rapid Prototyping bestehen. Insbesondere Systementwickler neigen dazu, Prototypen nicht ernst zu nehmen oder sie sogar als überflüssig zu erachten, da sie genau wissen, wie ihr System funktioniert und daher annehmen, dass es für die potentiellen Kunden ebenso einfach zu bedienen ist, wie für sie selbst. Der Erfolg von Rapid Prototyping hängt zudem sehr stark von der Auswahl geeigneter Testpersonen ab, die aus der Zielgruppe des fertigen Produkts stammen müssen (potentielle Kunden). Ein weiteres Problem tritt meist mit der Frage auf, wann die Entwicklung des Prototypes beendet und mit der Arbeit am richtigen Produkt begonnen werden kann, d. h. ab welchem Zeitpunkt die Vorteile durch die weitere Verbesserung des Prototypen geringer sind als der zeitliche und finanzielle Aufwand, welcher zu ihrer Umsetzung betrieben werden muss.
Es existieren verschiedene Arten von Prototyping, die man prinzipiell folgendermaßen unterscheiden kann:
Diese Einteilung stellt vorwiegend eine Sichtweise auf die Prototypen dar, die sich normalerweise immer in mehrere Kategorien einordnen lassen.