Bedarfsanalyse

Ein Produkt hat nur dann Erfolg, wenn es einen konkreten Bedarf decken kann, deshalb ist besonders bei größeren Projekten die Durchführung einer Bedarfsanalyse sinnvoll.

Allgemein bearbeitet die Bedarfsanalyse Fragen, die bei der Planung, Entwicklung und Nutzung von Informationssystemen jeglicher Art eine Rolle spielen und bei der der Mensch als Nutzer solcher Systeme im Mittelpunkt steht. Dabei stehen besonders folgende Themen im Fokus:

  • Wünsche des Kunden
  • Träume des Kunden
  • Probleme des Kunden
  • Vorstellungen des Kunden

In der Bedarfsanalyse werden Ist- und Sollzustand verglichen. Der Sollzustand wird entweder durch das Projekt-Team vordefiniert oder gemeinsam mit der Zielgruppe im Rahmen der Bedarfsanalyse herausgearbeitet.

 

Die Bedarfsanalyse kann in drei Prozesse aufgeteilt werden:

  • Erhebung des Ist-Zustandes
  • Definition des Soll-Zustandes
  • Feststellung des Bedarfs (Diskrepanz zwischen Ist- und Sollzustand)

Der Bedarf wird später als Richtwert für die abschließende Evaluation des Projektes herangezogen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob der Soll-Zustand erreicht, d. h. der Bedarf gedeckt werden konnte oder nicht. Sollte dies nicht der Fall sein, so können mögliche verantwortliche (auch externe) Faktoren ermittelt werden.

 

Man kann hinsichtlich des Bedarfs folgende Kategorien unterscheiden:

  • normaler Bedarf (Bedarf im Vergleich mit nat. oder internat. Standard)
  • relativer Bedarf (Bedarf im Vergleich mit einer Vergleichsgruppe, z.B. Konkurrenzunternehmen)
  • subjektiv empfundener Bedarf (Person möchte von sich aus ihre Qualifikation verbessern)
  • demonstrativer Bedarf (das Verhalten einer Zielgruppe deutet auf einen Bedarf hin, z.B. Warteliste eines Seminars)
  • zukünftiger (antizipierter) Bedarf (Bedarf, der sich aus zukünftigen Veränderungen ergibt)
  • Qualifizierungsbedarf (aufgrund von kritischen Ereignissen, d.h. Vorfall eines seltenen aber besonders folgenreichen Zwischenfalls).

Um eine Bedarfsanalyse durchzuführen, werden verschiedene Methoden, sogenannte User Tests , zu Hilfe genommen, z. B. Interviews, Fragebögen , Videoaufzeichnungen etc.

Neben diesen User Tests ist es auch möglich, den Bedarf zum Beispiel über die Analyse allgemeiner Informationen (beispielsweise in Medien), Statistiken oder auch Fachliteratur zu ermitteln.


Ziele einer Bedarfsanalyse:

  • Senkung der Streuverluste
  • Kundenzufriedenheit durch Zielgruppen-Optimierung
  • Kostensenkung

Die Bedarfsanalyse ist ein wichtiger Bestandteil der Marketingplanung, die wichtig ist, um Kunden zu gewinnen und den Umsatz zu steigern. Weiterhin wird die Bedarfsanalyse in der Marktforschung genutzt, um die Analyse-Ergebnisse zu verbessern. Mit ihr können Anforderungen und Erwartungen der Zielgruppe herausgefunden werden, um Streuverluste zu minimieren, d. h. man unterbreitet nur der Zielgruppe ein Angebot, das das Produkt kaufen möchte bzw. sich konkret informiert. Dadurch können die Rendite effektiv gesteigert werden.