Interaktionsdesign

Interaktionsdesign oder auch Interfacedesign ist ein Teilgebiet des Designs, welches sich mit der Gestaltung von Benutzerschnittstellen zwischen Mensch und Maschine beschäftigt.

 

Das Interfacedesign hat schon eine lange Tradition. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Konzept formuliert. Dieses beschreibt, dass man aus der reinen Formsprache hinaus zu einem gesamtheitlichen Produkt kommt, welches die höchsten Ansprüche an Form und Funktion erfüllt. Besonders zu erwähnen ist dabei das Bauhaus, welches in den 1920er Jahren damit begonnen hat, Arbeitsabläufe im Hinblick auf ihre Optimierbarkeit zu untersuchen. Die individuelle Leistung der Designer lag in der Vermittlung zwischen Technik und Lebenswelt der Menschen.

 

Da sich heutzutage technische Innovationen überschlagen, ist es von besonderer Wichtigkeit, die neu entstehenden Technologien und ihre Nutzung sowohl von menschlicher als auch von technischer Seite in Hinblick auf Bedingungen, Ziele und Hindernisse zu untersuchen und menschengerecht zu gestalten.

 

In den letzten Jahren ist dabei eine Verschiebung festzustellen. Anfänglich konnte man die Handhabung einer Maschine direkt aus ihrer Form und Struktur ableiten, d. h. das Interface (Mensch-Maschine-Schnittstelle) folgte direkt aus den physischen Gegebenheiten der Maschine und der Arbeitsabläufe. Heute ist dies anders. Aufgrund der Digitalisierung bieten sich neue Möglichkeiten und Beschränkungen bei der Gestaltung und Organisation von Maschinen. Die Bedienung wird nicht mehr durch die Funktionselemente der Maschine bestimmen, sondern durch die menschliche Hand und das menschliche Vorstellungsvermögen. Es existiert keine zwingende Beziehung mehr zwischen den Bedienelementen und den Vorgängen innerhalb der Maschine. Das ist fundamental neu und veranschaulicht die Bedeutung des Interfacedesign, d.h. auf die Abläufe in digitalen Geräten muss kein Bezug mehr genommen werden. Dennoch bieten die Geräte gleichzeitig ein so hohes Maß an Steuerungsmöglichkeiten, dass die Interaktion eine sinnvolle und dauerhafte Einheit ergibt. Der Nutzer muss nicht mehr das Gerät selbst verstehen, sondern die Bedienbarkeit. Dabei sind dem Designer alle Wege offen, für ein Gerät können durchaus unterschiedliche Benutzerkonzepte erstellt werden. Diese sollten allerdings immer aus der Sicht des Nutzers entwickelt werden, da eine technische Innovation, die aufgrund mangelnder Bedienbarkeit nicht effektiv in Arbeitsabläufe eingebunden werden kann, nicht erfolgreich sein wird. Die benutzergerechte Gestaltung von digitalen Geräten ist deshalb so wichtig, da sich das Gerät nur über das Interface erschließen lässt. Besonderes Augenmerk sollte dabei die auf gestalterische und nicht so sehr auf die technische Herausforderung gelegt werden, da die Bedienung von Technologie nicht mit noch mehr Technologie erklärt werden sollte.

Ziele des Interaktionsdesigns:
  • Anwenderschnittstelle, die visuell oder haptisch so aufgebaut ist, dass für einen möglichst großen Benutzerkreis die Wünsche, Bedürfnisse und Ziele handbar sind (Strukturierung der Funktionen und Visualisierung)
  • Vermarktung von Produkten

Das größte Feld innerhalb des Interaktonsdesigns ist die Interaktion mit dem Computer. Ziel ist es hier, dem Nutzer das optimale Finden, Bewerten, Verändern und Speichern von Informationen innerhalb eines digitalen Raumes (Webseite, Datenbank, etc.) zu ermöglichen. Berücksichtigt werden dabei konzeptionelle (mess- und steuerbare („harte“)), sowie ästhetische (individuelle („weiche“)) Interaktionsaspekte. Meist werden dazu in der Praxis schon während der Entwurfsphase Tests an der jeweiligen Zielgruppe durchgeführt (siehe auch Zielgruppenanalyse).